Stand November 2007
1. Problemstellung
Rotierende fluide Systeme
kommen in der Natur häufig vor.Fast alle Himmelskörper und Galaxien möglicherweise das gesamte All
können als rotierende fluide Systeme aufgefaßt werden
Auch in der Technik sind
rotierende fluide Systeme häufig. Der Fall, dass das Fluid sich längst gekrümmter,
feststehender Wände bewegt, ist ziemlich
gründlich erforscht. Unter bestimmten Bedingungen kann man dabei gleichmäßige
Wirbelmuster beobachten, die Görtlerwirbel /1/ oder Taylorwirbel genannt werden.
Die nach Taylor /2/ benannten
Wirbel entstehen, wenn in einem feststehenden Zylinder ein zweiter Zylinder
rotiert oder sich beide Zylinder mit einer unterschiedlichen Drehzahl oder unterschiedlichen
Drehrichtung bewegen.
Der Autor hat horizontale
Wirbelmuster in einem Hohlzylinder beobachtet, in dem eine Flüssigkeit rotierte
und die wahrscheinlich als Görtlerwirbel eingeordnet werden können.
Wirbel entstehen in fluiden
Medien häufig; das entscheidende für Taylor- und Görtlerwirbel ist aber, daß
diese unter bestimmten Bedingungen sehr stabil sind und sehr gleichmäßige, gut
reproduzierbare Wirbelmuster und Wirbelgeometrien aufweisen können. Aus der
Kenntnis dieser Umstände ergibt sich die Frage, welchen Einfluß eine doppelte
Krümmung der Wand auf das Entstehen von Wirbeln haben könnte.
2. Versuche
2.1 Versuchsaufbau
Bild 1 zeigt den
Versuchsaufbau. Ein zweifach gelagerter runder Glaskolben wird über eine Riemenscheibe,
die am Hals des Kolbens befestigt ist, angetrieben. Die Welle ist hohl
ausgeführt, um während des Versuches Farbstoff in die Flüssigkeit injizieren zu
können. Für die meisten Versuche wurde Wasser verwendet, dem geringe Mengen
suspendierbarer Feststoffe beigemischt wurde.Diese suspendierten Feststoffe und
die eingespritzten Farbstoffe erlauben es, Strukturen in der Kugel sichtbar zu
machen.

Bild 1 Versuchsapparatur
2.2 Äußere Strukturen
Versetzt man den Kolben in
Drehung, werden die Feststoffteilchen suspendiert und sammeln sich oberhalb
einer bestimmten Drehzahl in Form von einem oder mehreren Streifen unterhalb des Äquators
( Bild 2 )

Bild 2
Streifenstrukturen
Misst man die Breite der Streifen,
findet man näherungsweise eine d / 24 - Teilung (d = Kugeldurchmesser). Es
scheint bevorzugte Bandbreiten zu geben, die ein ganzzahliges Vielfaches von d
/ 24 betragen.
Bremst man die Kugel bei
hoher Drehzahl plötzlich ab, zerfallen die Streifen sofort und die Feststoffteilchen
werden im gesamten Kugelinhalt suspendiert, solange die Flüssigkeit noch
rotiert. Die Strömung in der Kugel hat dann regellose Wirbel; sie ist turbulent
geworden. Erhöht man danach die Drehzahl wieder, zeigen sich auch manchmal in
der oberen Kugelhälfte Streifen, sofern sich dort noch suspendierte Teilchen
aufhalten. Beginnt man den Versuch mit ruhender Flüssigkeit, gelingt es aber
nie, Streifen in der oberen Kugelhälfte sichtbar zu machen. Die suspendierten
Feststoffteilchen verbleiben immer in der unteren Kugelhälfte; der Äquator ist
immer als scharfe obere Trennlinie abgebildet.
Es liegt nahe, daß beide
Kugelhälften unabhängig voneinander Strukturen ausbilden und zwischen beiden
Kugelhälften keine Austauschvorgänge ablaufen. Diese Feststellung ist wichtig,
weil zumindest die Strömung in der oberen Hälfte vom Hals des Glaskolbens
beeinflußt ist.
Die Streifen sind sehr flache
Gebilde. Eine Ausdehnung in radialer Richtung ist nicht feststellbar. Auch lässt
sich visuell keine Eigenbewegung der Feststoffteilchen in den Streifen feststellen,
wie sie bei Taylorwirbeln typisch ist,
2.3 Innere Strukturen
Injiziert man in die
rotierende Kugel axial eine Farbstofflösung
Bild
3
zeigen sich stabile Strukturen im Inneren der
Kugel (Bilder 3, 4,5):
·
eine axiale,
zylindrische Hauptstruktur
·
umgeben von einer
Gruppe senkrechten Nebenstrukturen
Auch hier scheinen beide
Kugelhälften eine voneinander unhängige Strömung zu entwickeln. Auf Bild 4 ist
bei einer Nebenstruktur eindeutig eine Drehbewegung zu sehen. Diese Struktur könnte
ein Wirbel sein.
In weiteren Versuchen wurde
eine heiße Agarlösung anstelle von Wasser verwendet. Agarlösung ist eine
Flüssigkeit mit einer hohen Viskosität. Auch hier konnte eine Streifenteilung und zylindrische Innenwirbel
beobachtet werden. Die Breite der Streifen änderte sich beim langsamen Erkalten
der Agarlösung in der rotierenden Kugel nicht. Die Grenzen der Streifen waren
aber im Vergleich zu Wasser weniger scharf ausgeprägt.
Drehbewegung ! Zylindrische Hauptstruktur



Bild 5 vorige
Seite Bild 4
3. Ausmessen von Strukturen
Bei allen Versuchen stellt
man eine Abhängigkeit der Strukturen von der Drehzahl fest.
Eine schnelle Verminderung
der Drehzahl bewirkt immer eine Verlagerung der Streifen polwärts oder ein zeitweiliges
Verschwinden der Streifen. Die Ursache ist ein Geschwindigkeitsgradient, der
sich infolge der unterschiedlichen Drehzahlen zwischen der Wand und der
Flüssigkeit ausbildet. Lässt man dem System ausreichend Zeit, gleichen sich die
Drehzahlen von Wand und Flüssigkeit an, der Geschwindigkeitsgradient verschwindet. Die Streifen bilden erneut am
Pol und wandern in Richtung Äquator bis in ihre ursprüngliche Lage. Vermindert
man die Drehzahl langsam, bleiben die Streifen stabil.
Für das Ausmessen der Strukturen
ist die Streifenbreite ungeeignet. Die Ränder der Streifen sind häufig nicht
scharf genug abgebildet.
Ein besseres Maß als die
Streifenbreite sind
Aus den Längen der Sehnen
eines Streifens lässt sich die Breite des Streifens berechnen.
Für den Vergleich der
Ergebnisse bei verschiedenen Kugeldurchmessern und Flüssigkeiten wird eine
Reynoldszahl Re definiert:
Re =n *d2/ν n= Drehzahl
d= Durchmesser
ν= kinematische Zähigkeit
Die gemessenen Sehnenlängen
werden für verschiedene Kugeldurchmesser vergleichbar, indem sie durch Division
mit dem Kugeldurchmesser normiert werden:
s=
Sehnenlänge / Durchmesser s= relative Sehnenlänge
Für die Messungen wurden Fotos
verwendet, die mit der Versuchsapparatur (Bild1) bei verschiedenen
Reynoldszahlen (Re= 0,27- 2,8*105) erhalten wurden. Für die Planeten
wurden Fotos der NASA( Internet) genutzt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 1
dargestellt.
|
Nummer |
Experiment |
Jupiter |
Saturn |
Uranus |
Neptun |
Erde |
Rechnerisch Für d=1 |
|
0 |
Äquator=1 |
1 |
1 |
1 |
1 |
1 |
1 |
|
1 |
|
|
|
|
|
|
0,996 |
|
2 |
0,99 |
0,99 |
|
|
|
0,99 |
0,986 |
|
3 |
0,98 |
0,98 |
0,97 |
0,97 |
|
0,98 |
0,968 |
|
4 |
0,94 |
|
|
|
|
0,94-0,96 |
0,943 |
|
5 |
0,91 |
|
|
|
|
|
0,909 |
|
6 |
0,87-0,9 |
0,88 |
0,87 |
0,87 |
0,87 |
0,86-0,9 |
0,866 |
|
7 |
0,77-0,84 |
0,8 |
|
|
|
0,77-0,81 |
0,812 |
|
8 |
0,7-0,76 |
0,73 |
0,73 |
0,73 |
|
0,72-0,74 |
0,745 |
|
9 |
0,62-0,69 |
|
|
|
0,67 |
0,66-0,68 |
0,661 |
|
10 |
0,59-0,62 0,48-0,56 |
0,52 |
0,53 |
0,53 |
|
0,5-0,57 |
0,553 |
|
11 |
0,4-0,45 |
|
|
|
|
|
0,4 |
|
12 |
|
|
|
|
|
|
|
|
Strukturen nahe der Drehachse |
0,21-0,26 0,08-0,2 |
0,21 0,06 |
0,21 |
0,21 |
0,42 0,2 |
|
|
Tabelle 1
Relative Sehnenlängen ( s ) von Planeten im Vergleich
zu Versuchsdaten.
Sehne 3 Sehne 2 Sehne 1 Einzelstruktur
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()

Bild 6
Innenstrukturen
Sehne 1 und Sehne 2 begrenzen einen Streifen
Sehne
3 ist der Durchmesser einer Hauptstruktur, deren Teilstrukturen gut zu sehen sind.
Bei der Auswertung von etwa
800 Versuchsdaten wurden 12 unterscheidbare Sehnen ermittelt. Die Ergebnisse
stimmen mit den Daten der Planeten relativ gut überein. Die Sehnen Nr.8 und 10
wurden bei den Planeten nicht gefunden. Das muss nicht bedeuten, dass es diese
Strukturen bei den Planeten nicht gibt, denn nicht alle Strukturen wurden bei
allen Planeten gefunden. Auch unterscheiden sich die Strukturen in den oberen
und die unteren Kugelhälften der Planeten wesentlich.
Es kann aber auch sein, dass
Sehne Nr.8 zu Nr.7 gehört und Nr.10 zu Nr. 9. Diese offene Frage ist noch zu
klären.
Weitere Ergebnisse sind:
obwohl
sie nicht immer sichtbar gemacht werden können.
4.Strukturen im Inneren einer rotierenden Kugel
4.1Änderung der
inneren Struktur bei Drehzahländerung
Im
Bereich des Antriebs ist eine Hohlwelle eingebaut, durch die im laufenden
Betrieb eine Farbstofflösung in die Kugel eingespritzt werden kann. In
Abhängigkeit von der Einspritzstelle kann man verschiedene innere Strukturen
sichtbar machen. Es ist aber nicht möglich, alle Strukturen gleichzeitig
darzustellen.
Mit
Videoaufnahmen gelingt es, die Verteilung des Farbstoffs in der Flüssigkeit als
auch Änderungen der Strukturen zu verfolgen.
Wenn
man die Drehzahl ändert, ändern sich die Strukturen nicht sofort. Es dauert
etwa 5 Minuten, bis die unterschiedlichen Geschwindigkeiten zwischen
Kugeloberfläche und dem Inneren der Kugel sich angeglichen haben. Die
Herausbildung neuer Strukturen geschieht
nicht plötzlich sondern fließend.
Die
nachfolgenden Bilder sind größtenteils Schnappschüsse aus Videoaufnahmen. Die
Drehzahlen sind unter den Bildern vermerkt.
Bilderserie 1
Neue
Struktur
![]()


56 98
Die
neue Struktur bei Drehzahl 98/min. ist sehr selten zu sehen. Man findet sie
auch noch bei Drehzahl 117/min.
![]()


117 140


172 204
Bilderserie 2
Die
Drehzahl wurde erst vermindert und dann wieder erhöht.



250


235


193


![]()
150

![]()
94
Struktur
in beiden Kugelhälften



70
Nachfolgend
wird die Drehzahl wieder erhöht. Ein Teil der Strukturänderungen ist reversibel.

104


![]()
155
Die
Bilder von Drehzahl 155 und 150 sind sich sehr ähnlich. Strukturänderungen können
reversibel sein.

200



270
Bilderserie 3
Diese Struktur wird möglicherweise
vom Hals des Kolbens erzeugt. Sie wandert mit den Streifen abwärts. Das könnte bedeuten, dass die Struktur an die Streifen gekoppelt ist und dass
der Hals keine Rolle spielt.
![]()


erster Streifen oben 179 zweiter Streifen 137
Streifen
wandert in Richtung Äquator.
![]()


108
77


158 183


208 zweite Injektion 208


231 174


125 107
![]()
![]()
![]()
![]()


77 64
![]()
![]()
![]()
![]()


56
50
Bei
Drehzahl 65/min. beginnt sich eine Struktur zu bilden, die bei 50/min. über den
Äquator reicht. Die beiden Streifen in der oberen Hälfte haben sich vereinigt.
Bei 56 /min. beginnt die Verteilung des Farbstoffs( Pfeile) in der unteren
Hälfte- vermutlich unter der Oberfläche.![]()


103
142
Nach
dritter Farbstoffinjektion
![]()


173
173
Während normalerweise stehende Bilder auftreten,
pendeln die mit dem Pfeil gekennzeichneten
Strukturen ständig hin und her und zeigen, dass sie eine andere Rotationsdauer
haben als die Kugel. ( Superrotation)

190
217
Ausschnitt von 173/min.
Drehbewegung- es könnte sich um Wirbel handeln. Sehr schmale Strukturen ! Vielleicht ist hier der
Bereich zwischen den Schwingungsstrukturen eingefärbt worden.



160 173
Bilderserie 4
![]()


74
50



185
270
Neue Struktur
Diese Struktur war nur in
diesem Versuch sichtbar.
Einspritzen in die
obere Hälfte :


270 238
![]()

160
Erstmalig
wird ein Stofftarnsport von der oberen in die untere Kugelhälfte beobachtet.
Oben
haben sich Streifen gebildet, die bei Drehzahlabsenkung in Richtung Äquator
wandern (folgende Bilder)
In
der unteren Hälfte/ Pol zeigen sich Kegel und Ringwallstrukturen.
Zentralkegel

122
Ringwall Bild von einem älteren Versuch, Drehzahl 70/min. Steigert
man die Drehzahl, wird der Kegel zu einem Zylinder. Siehe Drehzahl 80 und 122 /min.
![]()


80
80
Diese
Strukturen schwingen stark in vertikaler Richtung. Ihre Amplitude vergrößert
sich mit abnehmender Drehzahl.(siehe auch folgendes Bild bei einer Drehzahl von
63)

63 201
4.2 Diskussion
Durch Einspritzen von Farbe in die rotierende Kugel
lassen sich die inneren Strukturen sehr gut abbilden. Man kann viele unterschiedliche
Figuren sehen, einige sind sehr selten zu beobachten.
Die Form der Figuren ändert sich stark mit der Drehzahl. Wie schon bei den Streifen gefunden,
treten die Strukturänderungen nicht plötzliche auf. Sie vollziehen sich langsam.
Eine Vermischung der Farbe mit der Umgebung unterbleibt. Ein Stofftransport
zwischen den Strukturen (außer der Diffusion) findet offensichtlich nicht
statt, denn sie bleiben auch bei langen Versuchszeiten scharf abgebildet. Viele
senkrechte Strukturen haben stark Schwingungen in vertikaler Richtung.
Bisher wurden Wirbel als Ursache für die inneren
und Oberflächenstrukturen vermutet. Auch
der Autor war 20 Jahre von der Existenz der Wirbel und Wirbelgruppen überzeugt.
Die Vielzahl und die Form der beobachteten Figuren sowie
ihre kontinuierliche Umwandlung sind mit dem bisherigen Model der Wirbelgruppen nicht zu vereinbaren.
Das Modell der Wirbelgruppen ist eine unzulässige Vereinfachung der wahren
Verhältnisse.
Besonders
Videoaufnahmen beweisen, dass die die meisten inneren Strukturen und
die Streifenmuster auf der Oberfläche durch Schwingungen erzeugt werden.
Die Verlagerung der Streifenstrukturen bei
Drehzahländerungen wurde bereits bei früheren Versuchen beobachtet. Die obigen
Bilderserien zeigen,
·
dass die Verlagerung der Streifen mit einer Verlagerung der inneren
Strukturen verbunden ist. Die Strukturen sind miteinander gekoppelt.
·
Die Strukturänderungen finden im gesamten Kugelvolumens statt,
Die Verlagerung der Strukturen mit Drehzahländerung
erklärt auch die relativ große Streuung der Messwerte für die Sehnenlänge bei
den Streifenmustern (Tabelle 1). Die Streuung der Messwerte nimmt mit der Nähe
die Streifen zu den Polen zu. Die Streifen in Äquatornähe scheinen weniger
beeinflusst.
Weitere Ergebnisse sind:
·
Die Strukturänderungen sind überwiegend reversibel.
·
Beide Kugelhälften bilden meistens unabhängig von einander
unterschiedliche Strukturen aus. Bei einigen Drehzahlen treten aber in beiden
Hälften gemeinsame Strukturen auf, die erhebliche Stoffmengen auf beide Hälften
verteilen.
·
Streifenmuster wurden bei allen Drehzahlen beobachtet. Man kann
annehmen, dass die Streifen die Grundeigenschwingung der rotierenden Kugel
abbilden.
·
Die zahlreichen Schwingungsfiguren im Inneren der Kugel sind vermutlich Oberschwingungen.
Die Ursache der Schwingungen ist die Rotation der
Kugel. Aus diesem Grunde sind sie drehzahlabhängig. Man kann sie im Experiment unter
isothermen Bedingungen als auch bei den Planeten in denen hohe Temperaturgradienten
vorhanden sind, mit großer Ähnlichkeit zu beobachten.
Konvektionsströmungen,
die infolge von Temperaturgradienten entstehen, sind
für die Entstehung der Strukturen
nicht erforderlich. Konvektionsströmungen
müssen bei der Größe der Planeten turbulent sein und können über längere
Zeit keine stabilen Strukturen ausbilden.
Ein weiteres Argument gegen die Existenz von
Wirbelgruppen ergibt sich aus der Maßstabsvergrößerung von der 6-Liter-Kugel bis zu den Planeten. Bei diesen
großen Größenunterschieden können ähnliche Strukturen nicht erhalten bleiben,
wenn die Strukturen nur von Strömungen kontrolliert werden.
Die Existenz von Strömungen ist durch die schnelle
Verteilung des Farbstoffs nach dem Einspritzen im Experiment belegt. Es ist
noch offen, ob dabei die Schwingungsfiguren oder Bereiche dazwischen eingefärbt
wurden.
Auch Veröffentlichungen der NASA/Photojournal/
über Saturn und Jupiter zeigen:
·
zwischen den Streifenstrukturen gibt es Strömungen.
·
Die Strömungen benachbarter Streifen sind häufig (oder immer?)
gegenläufig. NASA-Bilder
( PIAO2855;
PIAO5384 )
Die Existenz von Strömungen zeigen auch die
Experimente .Innerhalb oder zwischen den Schwingungs-
figuren wird der Farbstoff nach dem Einspritzen
schnell verteilt. Dieser Vorgang ist nur durch Strömung möglich.
Die Annahme der Entstehung des Streifenmusters auf
der Oberfläche der Gasplaneten (besonders Jupiter und Saturn) durch
Schwingungen beseitigt die Schwierigkeiten, die man bei der Annahme von Wirbeln
als Ursache der Strukturen hat. Die turbulenten Strömungen zwischen den
Streifen - besonders beim Jupiter- und die gegenläufige Hauptströmungsrichtung
zweier benachbarter Wirbel würden auf der gesamten Oberfläche und auch im
Inneren Turbulenz erzeugen, wenn die Schwingungsstrukturen nicht vorhanden
wären. Wirbel könnten ohne die Schwingungsstrukturen nicht dauerhaft
existieren.
Auch die Entstehung des so genannten mystischen
Sechseck in der Polregion des Saturn (Südhalbkugel,
NASA PIAO9188)lässt sich durch Strömungsvorgänge nicht erklären.
Die Strömungen, die auf der Oberfläche der Planeten
sichtbar sind, müssen sich auch in das
Innere der Planeten erstrecken. Zwischen Strömung und den Schwingungsstrukturen
ist eine Wechselwirkung unvermeidlich. Dadurch können periodische Wirbel- auch Wirbelgruppen – entstehen, wobei
der turbulente Charakter der Strömung erhalten bleibt. Den turbulenten Strömungen wird durch die dominanten Schwingungsfiguren
eine Struktur aufgeprägt. Sie werden lokal fixiert und stabilisiert. Wir wollen
solche Strömungen gebundenen Strömungen
nennen. Die Schwingungsfiguren
·
Verhindern den Stoff- und Energieaustausch zwischen benachbarten Strömungen
·
Sie heben die Wirkung der Geschwindigkeitsgradienten zwischen den Strömungen
offensichtlich auf und verhindern so das unvermeidliche Verwirbeln.
·
Sie machen möglich, was nicht sein darf!
Das
Geheimnis liegt in der Wechselwirkung zwischen der Strömung und den
Schwingungsfiguren verborgen.
Taylor/2/
zitiert Raleigh, der bereits 1913 Strömungsbilder in Flüssigkeiten als stehende
Wellen gedeutet hat. Demzufolge könnten die Taylorwirbel durch eine stehende
Welle strukturiert werden. Der stark eingeschränkte Stofftransport zwischen den
Grenzen der Taylorwirbel ist ein starkes Indiz dafür.
5. Klassifizierung
der Strukturen
Eine schwingende Kugel hat beliebig viele
Freiheitsgrade. Damit sind beliebig viele Strukturen möglich, deren Form und
Lage von der Drehzahl abhängen. Die umfassende Klassifizierung aller möglichen
Strukturen ist aus diesen Gründen nicht möglich.
Es gibt aber eine Reihe von Strukturen, die sehr
häufig beobachtet werden:
·
Streifen / S
·
Zylindrische Schwingungsfiguren zwischen Kugeloberfläche und der
Äquatorebene/Za - und solche
im Inneren der Kugel/ Zi .
Die Streifen kann man durch Angabe der relativen
Sehnenlänge, durch die sie begrenzt werden, charakterisieren. Der erste
Streifen unterhalb des Äquators könnte S10,99 heißen ( Tabelle 1) und der zweite Streifen S0,990,98 .
Die zylindrischen Schwingungsfiguren Za
können durch Angabe der Sehne benannt
werden, bei denen sie die Kugel berühren z.B. Za0,7 .
Die inneren Strukturen sind sehr vielfältig und nur teilweise
bekannt. Eine Klassifizierung sollte zurzeit noch unterbleiben.
6.Strukturen auf der Erdoberfläche
Auf der Erdoberfläche ist
eine Reihe von Hauptstrukturen festzustellen, die parallel zur Erdachse (Tiefseegräben,
Grabenbruchsysteme) oder parallel zum Äquator verlaufen. Besonders der Ural und
einige Tiefseegräben verlaufen fast wie mit dem Lineal gezogen in Nord - Süd-Richtung. Das ist eine wesentliche
Besonderheit der Erde gegenüber den Gasplaneten ,dass einige Innenstrukturen
auf der Oberfläche abgebildet werden.
Hinsichtlich der
Streifenstruktur ist die bei den Planeten festzustellende strenge Parallelität
nicht immer sichtbar. Die Erosion und die Kontinentaldrift haben das Gesicht
der Erde verändert. Zahlreiche Gebirge oder Tiefseestrukturen verlaufen aber
annähernd parallel zum Äquator.
Oberflächenstrukturen kann
man im Experiment durch suspendierte
feine Feststoffe nachweisen. Die Teilchen sammeln sich in den meisten Fällen an der Oberfläche und bilden die
Oberflächenstrukturen ab. (Bild 7 )
Die Strukturen ergeben kein
einheitliches Bild. Häufig treten Schwingungsstrukturen auf ,die Parallel zur
Drehachse verlaufen. Bei der Drehzahl 230 /min. erstrecken sie sich über die
ganze untere Kugelhälfte.
Die Flächen zwischen den
Schwingungsfiguren haben sehr ähnliche ,aber immer deutlich unterschiedliche
Muster. Es liegt nahe ,hier Strömungen mit turbulenten Anteilen anzunehmen.
Schräge Strukturen werden
auch beobachtet.( Drehzahl 98 ).Eine klare Abhängigkeit der Unterstrukturen von
der Drehzahl ist nicht erkennbar .
Die Streifenstrukturen sind
sehr flach. Eine merkliche Ausdehnung in Richtung der Kugelmitte ist nicht feststellbar.


126 183


195
200

230
252


280
98 mit schräger Struktur
Bild 7 Oberflächenstrukturen
Wenn man Farbstoff in die
Nähe der Kugelwand eingespritzt verteilt sich dieser sehr schnell auf der
Oberfläche. Das spricht für intensive
Strömungen in der Nähe der Wand. Die Oberflächenstrukturen müssen folglich etwas
weiter von der Wand entfernt sein, weil sie in unmittelbarer Wandnähe nicht beständig
sein können.
Es scheint ,dass im Bereich nahe der Oberfläche besondere Bedingungen
herrschen- analog der Troposphäre in der Lufthülle. Dieser Bereich soll
X-Schicht genannt werden.
Strukturen in der X-Schicht sind
im Versuch noch nicht gefunden worden..
Auch in der Erdkugel muss es
eine X-Schicht zwischen der Oberfläche und dem flüssigen Erdinneren geben. Bild 7,Drehzahl 230/min könnte die Verhältnisse auf der
Südhalbkugel der Erde näherungsweise widerspiegeln. Für die Entstehung des
mittelatlantischen Rückens reichen solche Strukturen aber nicht aus. Um große
Materialmengen zu transportieren braucht man großräumige Wirbel. Ein Indiz für
große Wirbel in Längsrichtung liefert die Bilderserie 2. Bei den Drehzahlen
150/min und 155 /min gibt es freie Räume zwischen den Schwingungsstrukturen.
Hier sind Wirbel denkbar. Auch die Strukturen
bei Drehzahl 185 Bild 7 deuten große
Wirbel parallel zur Drehachse an. Diese Wirbel haben eine Besonderheit, sie
haben direkten Kontakt zur X-Schicht und können so Stoff und Energie an diese
übertragen. Damit können sie nicht völlig von Schwingungsstrukturen umgeben
sein. Diese Wirbel sollen freie Wirbel genannt werden.

Graben Faltengebirge
![]()
![]()

Bild 8
Wirbel und Magmaströme im
Erdmantel
Als Ursache der Kontinentaldrift auf der
Erdoberfläche reicht eine Veränderung der Rotationsdauer völlig aus .
Unsere Erde hat sich in
früheren Zeiten schneller gedreht. Genaue Messungen der Rotationsdauer der Erde
ergaben, dass sich die Länge eines Tages pro Jahrhundert um 0,001 Sekunden vergrößert. In der Geschichte des Menschheit geringer Wert, der aber von
Bedeutung wird, wenn man mit Milliarden Jahren rechnet . (Sektrum der Wissenschaft 10/07 s.36 ,gekürztes
Zitat)
Auch Meteoriteneinschläge
können zur Kontinentalverschiebung beitragen. Große Meteoriten haben genügend
Energie , um die Erdoberfläche gegenüber dem Erdinneren zu beschleunigen ,zu
verzögern oder
die Drehachse zu verschieben.
Das belegen zahlreiche Tiefseestrukturen ( Nordpazifik ). Sie sind zueinander
streng parallel aber gegenüber dem Äquator deutlich geneigt.
Ursachen der Kontinentalverschiebung :
Veränderung und Verlagerung der freien Wirbel


6. Geodynamo
Die
verbreitete Auffassung, die das Erdinnere als Kugelschalenstruktur darstellt,
ist bereits durch Arbeiten zum Magnetfeld der Erde /3/U.Christensen /A.Tilgner/Der Geodynamo/Interne)/
revidiert worden. Um ein Magnetfeld zu erzeugen werden senkrechte Wirbelgruppen
( Konvektionssäulen ) postuliert, wobei für die Einzelwirbel eine gleichsinnige
Rotation vorausgesetzt wird, um ein Magnetfeld zu erhalten. Eine gleichsinnige
Rotation muss aber an der Stelle, wo sich zwei Wirbel gegenüber stehen, zur
Verwirbelung führen und die Strukturen
zerstören.
Gegensinnige Rotation – erzeugt keine Wirbel aber auch kein Magnetfeld



Bild 9 Vergleich von gleichsinniger und
gegensinniger Rotation
Die
gegensinnige Rotation der Wirbel kann kein Magnetfeld erzeugen. Wirbel mit
gegensinniger Rotation sind nur beständig ,wenn
die Wirbel von Schwingungsstrukturen umgeben sind. Auf der Jupiteroberfläche
gibt es Streifen mit einer Wirbeln, die eine gleichsinnige Rotation
aufweisen,
Neben
der Rotation der Wirbel gibt es eine Bewegung in den Wirbeln parallel zur
Rotationsachse. Für diese Bewegung gibt es
mehrere Möglichkeiten (Bild 10)

Bild 10: Mögliche Strömungen parallel zur
Rotationsachse
Im
Versuch wurden bisher nur Strömungen Nach Fall A in der Nähe der Rotationsachse sicher
nachgewiesen ( relative Sehnenlänge >0,4 ). Diese Strömungen sorgen nach dem
Einspritzen für die Verteilung des Farbstoffs .Für die Erzeugung eines
Magnetfeldes kommen sie nicht infrage, weil die auf- und absteigenden
Strömungskomponenten sich in ihrer Wirkung aufheben.
Die
Erzeugung des Magnetfeldes ist auch durch Schwingungsstrukturen denkbar .Die
Polarlichter geben einen wichtigen Hinweis. Sie haben große Ähnlichkeit mit den
Schwingungsmustern in der Kugel
(
Bild 6 ) und entstehen über der Stelle, an
der das irdische Magnetfeld an der Erdoberfläche austritt. Dabei bilden sie die
Strukturen ab, die das Magnetfeld im Inneren der Erde erzeugen.
Die
Ausmessung eines Sattelitenfotos/ 5/ ergab für den Austrittskreis der
Polarlichter eine relative Sehnenlänge von 0,38 -0,5 . Eine Struktur, die
diesen Abmessungen entspricht ist in Bilderserie 3, Drehzahl 221 zu finden. Der
Bereich hat eine Entfernung vom Erdmittelpunkt von 1210- 1590 km. Er befindet sich
in einer Tiefe von der Erdoberfläche von 4780 - 5160 km im äußeren Kern.
Das
stärkste Argument für ein schwingungsinduziertes Magnetfeld ist die periodische
Umkehr des Magnetfelds der Erde. Wenn Wirbel das Magnetfeld erzeugen würden,
müsste sich die Drehrichtung der Wirbel ebenfalls umkehren !
Erdachse

Bild 11 Entstehung des Magnetfeldes ( nicht
maßstabsgerecht)
7. Strukturen in der Nähe
der Drehachse
Unterhalb des zwölften Streifens (relative Sehnenlänge 0,4 ) sind
weitere Strukturen sichtbar. Sie werden achsennahe Strukturen genannt und unterscheiden
sich von den übrigen Strukturen :
·
Die die tanzenden Bewegungen der Schwingungsstrukturen oder
Drehbewegungen sind visuell nicht feststellbar.
·
Sie setzen sich aus zwei oder drei zylindrischen Einzelstrukturen zusammen(
Bild 21)
·
Der eingespritzte Farbstoff verteilet sich schnell in Richtung der
Drehachse. Die Einzelstrukturen werden nacheinander eingefärbt.
·
Bei bestimmten Drehzahlen erstrecken sie sich über beide Kugelhälften.
Bei
den im Experiment verwendeten Drehzahlen sind laminare Strömungen möglich. In
den Maßstäben der Planeten sind laminare Strömungen wenig wahrscheinlich. Es
sind weitere Untersuchungen notwendig, um die Eigenschaften dieser Strukturen
aufzuklären.
Es
ist noch unbedingt anzumerken, dass der Hals des Kolbens bei einigen Drehzahlen
in der oberen Hälfte eine vertikale Struktur erzeugt ( Bilderserie 2, Drehzahl
250) ,die die Experimente zumindest in der oberen Hälfte verfälscht. Aus diesem
Grunde wurde für das Ausmessen der Strukturen
immer die untere Kugelhälfte verwendet. Es aber nicht völlig
auszuschließen ,dass die achsennahen Strukturen durch den Hals des Kolbens
immer beeinflusst werden. Letzte Klarheit kann nur eine verbesserte Versuchsanlage
liefern.
8. Fleckenstrukturen
Ein
Sonderfall sind die Fleckenstrukturen, die auf allen Gasplaneten zu finden
sind. Besonders viele Flecken haben Jupiter und Saturn. Viele Fachleute tun
diese Flecken als „Wetter“ ab.
Typisch
für die Flecken ist:
Tief
und Hochdruckgebiete in unsrer Atmosphäre wandern und sind kurzlebig. Sie haben
keine scharfen Grenzen
Auch
unter der Erdoberfläche könnten ähnliche Gebilde wie der rote Fleck befinden- Hot
Spots /Plumes. Die scheinbare Wanderung der Hot Spots entsteht durch die
Unterschiede in der Drehzahl zwischen Erdoberfläche und dem Erdinneren (
Superrotation /6 / )
Es
liegt nahe ,die Flecken zu den Schwingungsstrukturen zu rechnen. Dagegen sprechen
aber ihre ungleichmäßige Verteilung auf der Oberfläche sowie ihre
unterschiedliche Größe. Von Schwingungsmustern erwartet man Harmonie und Symmetrie.
Oder gibt es auch eine Turbulenz der Schwingungen ?
9.
Neue Fragen
Es
konnte gezeigt werden, dass in einer rotierenden Kugel Strömungen und
Schwingungen gemeinsam auftreten, wobei die Schwingungen eine dominante Rolle zu
spielen scheinen. Wahrscheinlich sind Schwingungen und Strömung gekoppelte
Phänomene. Bei turbulenten Strömungen könnte die Dominanz der Schwingungen
gebrochen sein. Es ergibt sich eine große Zahl schwieriger Fragen:
·
Wie beschreibt man die Wechselwirkung zwischen Strömung und den Schwingungsstrukturen?
·
Die Eigenschwingung einer Kugel ist in Abhängigkeit vom Durchmesser und
der Drehzahl zu berechnen. Ein Ergebnis könnte eine relative Wellenlänge λ
r (Wellenlänge dividiert durch den Durchmesser) in der Größe der
Teilung d/6, d/12 ,d/24 …..(siehe Teil 1) sein. Der Einfluss der
Drehzahl ist zu quantifizieren.
·
Welche Oberschwingungen sind häufig zu erwarten ?
Literatur
( 1 ) Witting H. Inst.
f.angew. Mathe.und Mech. ,Freiburg 1958
( 2 ) Taylor G.I. ; Phil.
Trans.R. Soc. 1923 A 223, 289-343
( 3 ) U.Christensen
/A.Tilgner/Der Geodynamo/Internet )
(
4 ) Planetary Photojournal ,NASA ,Internet
(5) Die Atmosphäre Tim-Life Verlag1983
(6) www.ldeo.columbia.edu